Sonntag, 25. Januar 2015

Rezension: Mit Worten kann ich fliegen

"Ich wünschte, ich könnte nur einmal meine kleine Schwester in die Arme schließen oder Dad sagen, dass ich ihn auch liebe."
(Seite 262)


Titel: Mit Worten kann ich fliegen
Autor: Sharon M. Draper
Preis: 14,95
Verlag: Ueberreuter
Seitenzahl: 320
 
Melody ist schwerstbehindert. Sie hat zerebrale Kinderlähmung, trotzdem besitzt sie ein fotografisches Gedächtnis. Sie kann weder lesen, noch schreiben, noch sprechen, noch laufen. Trotzdem macht sie das beste aus ihrer Situation, auch wenn das manchmal sehr schwer ist, denn die meisten Leute glauben, dass Melody noch nicht ein mal zum Denken fähig sei. Ihr gesamtes Wissen hat sie sich selbst durch Fernsehsendungen angeeignet. Trotz ihrer Intelligenz geht sie nicht in eine "normale" Schule, sondern in eine Klasse in der nur behinderte Kinder sind. Mit ihren Eltern, die Melody unterstützen wo sie nur können, kommuniziert sie über eine Tafel auf der nur einfache Wörter wie zum Beispiel "Ja" oder "Danke" stehen. Viele Nachmittage verbringt sie bei einer Nachbarin und  Freundin ihrer Mutter, Mrs. V., die Melody abgöttisch liebt. Die beiden verstehen sich blendend und Melody kann viel von ihr lernen.
Ein mal in der Woche darf sie in einer "Integrationsklasse" am Unterricht teilnehmen, leider wird sie von ihren Mitschülern nicht akzeptiert, außer von einem Mädchen. Niemand will verstehen, dass Melody intelligenter ist als die meisten ihrer Mitschüler. In dieser Klasse hat ein Mädchen einen Computer bekommen, das bringt Melody auf eine Idee. Mithilfe ihrer Betreuerin findet sie im Internet einen sogenannten "Medi-Talker", den sie auch bald darauf bekommt. Endlich kann sie in ganzen Sätzen kommunizieren!
Als sie dann bei einem Quiz, an dem ausgewählte Kinder aus ihrer Integrationsklasse teilnehmen dürfen, mitmachen soll, wird sie von ihren Mitschülern leider nicht so behandelt, wie sie es sich gewünscht hatte...

 
 Meine Meinung:
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil ich das Buch einfach nur toll, toll und noch mal toll fand! Es gibt eigentlich nichts negatives zu sagen ;) Obwohl der Schreibstil ziemlich einfach ist, kann man nicht aufhören zu lesen. Wenn man das dann doch tun muss, hat man das Bedürfnis so schnell wie möglich zu erfahren wie es weitergeht. Das finde ich erstaunlich, denn eigentlich wird nur aus Melodys Alltag erzählt, aber dieses Buch ist soooo emotional!
Jeder einzelne Charakter ist genau beschrieben, die meisten von ihnen sind seeehr liebenswert. Man kann beim Lesen die Gefühle jeder einzelnen Person nachvollziehen. Die Protagonistin muss man gleich auf den ersten Seiten ins Herz schließen. Dadurch, dass das Buch aus ihrer Perspektive erzählt ist, kann man ihre Gedankengänge nachvollziehen und man kann sich genau vorstellen, wie sein muss, in seinem eigenen Körper gefangen zu sein. Als Leser muss man mitfühlen, mitfiebern und zusammen mit Melody verzweifelt sein, wenn sie sich mal wieder nicht so ausdrücken kann, wie sie es gerne tun würde. Die Geschichte ist so schön und traurig zugleich, dass man an manchen Stellen die Tränen nicht zurückhalten kann. Das Buch lässt aus eine anderen perspektive auf behinderte Menschen blicken, als wir es normalerweise tun.
Das Cover finde ich für das Buch sehr passend!
Mein Fazit: Ein sehr emotionales und berührendes Buch mit einer starken Protagonistin, die uns vermittelt niemals aufzugeben. An manchen Stellen zum Lachen, an manchen zum Weinen.
Vielen, vielen Dank an Ueberreuter für das Rezensionsexemplar!

LG, Anto <3

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